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Die Zukunft der personalisierten Suche

Die Auswirkungen von Search Plus Your World auf SEO Google hat angekündigt, seine Suche der größten Veränderung des Algorithmus seit langem zu unterziehen: Search Plus Your World. Die organischen Suchergebnisse werden mit Profilen, Textbeiträgen, Bildern und anderen Elementen aus sozialen Netzwerken angereichert, so dass in vielen Fällen kaum zwei User für dasselbe Keyword die gleichen Ergebnisse erhalten werden. Nachdem wir die Auswirkung auf bezahlte Anzeigen beleuchtet haben, wollen wir heute klären, welche Veränderungen im Bereich der Suchmaschinenoptimierung zu erwarten sind und welche Chancen und Risiken Search Plus Your World auch für Google darstellt. Ein dritter Beitrag wird sich als Abschluss mit dem Thema Search Plus Your World aus Social-Media-Sicht beschäftigen. Nach den Universal-Search-Einblendungen, die Googles Spartensuchen wie Bilder, Videos oder Produkte in die Standardsuchergebnisse gemischt haben, ist Search Plus Your World die nächste Evolutionsstufe. Erstmals werden dem Nutzer Suchergebnisse präsentiert, auf die nur er Zugriff hat. Nach aktuellem Stand wird allerdings nur Google+ in die persönlichen Ergebnisse mit eingebunden, was für SEO der wichtigste Ansatzpunkt für eine Optimierung darstellt.   [caption id="" align="alignnone" width="540"] Search Plus Your World mit Umschalt-Button zur regulären Suche (Quelle: Google)[/caption] Verbreitung der neuen Algorithmen Google verwendet für Search Plus Your World das Opt-Out-Prinzip. Der Nutzer bekommt von Haus aus die neue personalisierte Ergebnisliste vorgesetzt und kann auf eigenen Wunsch zur gewöhnlichen Suche ohne Google+-Inhalte wechseln (siehe Markierung in der Abbildung). Derzeit verwendet die überwiegende Mehrzahl der User die Standardeinstellungen ohne eigene Anpassungen für Google-Suchen. Man kann also davon ausgehen, dass auch Search Plus Your World in Zukunft bei der Mehrheit Anwendung finden wird. SEO für Search Plus Your World Wie optimiert man nun auf eine Suche, in der die Aktivität in Google+, die Suchhistorie und die Vernetzung des Users eine wesentliche Rolle spielt? „Klassisches“ SEO stößt hier an seine Grenzen, weshalb ein weitflächiges Denken notwendig ist. Erstellung, Verbreitung und Monitoring von Inhalten in sozialen Netzwerken werden durch den Vorstoß von Google erheblich an Bedeutung gewinnen und fester Bestandteil von SEO werden. Beiträge in Google+ müssen ähnlich wie Textcontent auf einer Website für entsprechende Keywords optimiert werden – eigene Keywordstrategien für personalisierte Suchen sind dazu unumgänglich. Die Entwicklung, die sich über die letzten Jahre abgezeichnet hat, wird hier auf ein neues Level gehoben: die Verschmelzung von klassischer Websuche und Social Media. Gleiches muss daher für SEO gelten. Der Nutzen für den User Es bleibt abzuwarten, inwiefern die Einbindung von Social-Media-Beiträgen auf Akzeptanz seitens der User trifft. Für einige mag es praktisch sein, wenn sie Beiträge aus dem Netz und aus ihrem persönlichen Umfeld auf einer Ergebnisseite präsentiert bekommen. Die Kehrseite ist, dass die Your-World-Beiträge im Fall einer reinen Informationsbeschaffung eher hinderlich sein können. Wer nach Informationen über sein Urlaubsziel sucht, möchte häufig nicht unbedingt die Reisefotoalben seiner Google+-Freunde angezeigt bekommen. Unklar ist auch noch, in welchem Umfang Search Plus Your World für nicht eingeloggte Nutzer bzw. Google-Konto-Verweigerer zukünftig zur Verfügung steht. Die Rechtslage bei Search Plus Your World Die Zukunft für Search Plus Your World bleibt ungewiss. Der Fakt, dass ausschließlich Suchergebnisse von Google+ zugelassen sind, kann durchaus als ein Versuch gewertet werden, eine unrechtmäßige Monopolstellung zu erreichen, indem das hauseigene soziale Netzwerke promotet und bevorzugt wird. Unterstützt wird dies noch durch die zuvor erwähnte Opt-Out-Regelung, auch wenn sich der neue Suchalgorithmus relativ leicht abschalten lässt. Es wird noch von mehreren US-Instanzen geprüft, wie weit Search Plus Your World rechtlich zulässig ist. Bis zu einer eindeutigen Entscheidung dürfte für Google allerdings noch genügend Zeit vergehen, um ihre neue Entwicklung weitflächig einzusetzen und bekannt zu machen.