SEO

SMX 2015 - Search Marketing Expo - Recap

Zahlreiche SEOs, SEAs und Online Marketing Experten trafen sich am 17. und 18. März im Congress-Zentrum München, um bekannten und weniger bekannten Speakern zu lauschen und mit neuen Ideen und Impressionen ins Büro zurückzukehren.

In den zwei Tagen zogen sich einige Themen wie ein roter Faden durch viele Vorträge, dazu gehörten:

Mobile

Der 21. April 2015 wurde sicher in jedem 2. Vortrag erwähnt. Was passiert? Google hat angekündigt, die Mobilfreundlichkeit von Webseiten als Rankingfaktor in der mobilen Suche zu berücksichtigen, wobei Inhalte von Webseiten auf Smartphones nicht nur dargestellt, sondern auch bedienbar sein sollen. Jetzt ist also der richtige Zeitpunkt, den einen oder anderen Link mobil noch größer darzustellen. Johannes Müller, Webmaster Trends Analyst von Google Schweiz, hat diesen Punkt in seiner Onsite-Clinic am 2. SMX-Tag bei jeder der Webseiten geprüft. Empfohlen hat der das (neue) Mobile Usability Tool in den GWTs. Andere Speaker haben in diesem Zusammenhang geschlussfolgert, dass Links an Bedeutung verlieren werden, da mobil eher nicht verlinkt wird – wir werden sehen. Sistrix und Searchmetrics haben mittlerweile auch einen mobilen Sichtbarkeitsindex. Behshdad Behzadi, Director of Conversational Search Google hat live gezeigt, was – zumindest in Englisch – mit Smartphone und Sprachsteuerung alles möglich ist.

HTTPS

Seit letztem Jahr ist HTTPS ein Rankingfaktor. Anke Probst von XING hat gezeigt, welche Probleme dabei auftreten können. Wer auf HTTPS umstellt, sollte die gesamte Webseite umstellen und nicht nur einen Teil (das hat dann auch einen Tag später Johannes Müller von Google bestätigt). Canonical-Tags, interne Verlinkungen, Sitemaps dürfen nicht vergessen werden und die HTTPS-Version ist separat in den Google Webmaster Tools zu verifizieren. Interessant ist, dass Johannes Müller meinte, es ist ihnen (Google) bewusst, dass nicht alle Webseiten sofort eine Umstellung auf HTTPS leisten können. Also – nicht in Panik verfallen.

Keywords

Viele Vorträge beschäftigten sich zumindest am Rande mit dem Thema Keywords. Rand Fishkin ging gleich in seiner einleitenden Keynote darauf ein: Nutze, was nicht jeder nutzt – sprich alles, was jenseits des Keyword Planners liegt. Google Suggest, ähnliche Suchanfragen, die in den SERPs vorgeschlagen werden usw. . (Rands Präsentation ist hier zu finden: http://de.slideshare.net/randfish/standing-outcrowdarial) Marcus Tober von Searchmetrics appellierte an die Zuhörer: „Hört auf, mit euren Spam-Projekten das Internet zu verstopfen! Löscht alte Spam-Webseiten, sie werden eh nie wieder ranken“. Wer heute noch für jede Keywordkombination einzelne Landingpages erstellt, liegt definitiv daneben.  Am unterhaltsamsten hat sicher Karl Kratz das Thema aufgegriffen und machte gleich zu Beginn klar: Vergesst Personas und  produktbezogenen Keywords. Anhand verschiedener Cases zeigte er, dass nicht der Bedarf, sondern das Ereignis, das den Bedarf hervorruft, zielführend ist. Hier ein Beispiel: Wer als Heilpraktiker in Berlin unterwegs ist, hat online zahlreiche Konkurrenten. Die Idee ist, nicht den Wettkampf mit dem Keyword „Heilpraktiker Berlin“ anzutreten, sondern mit dem Ereignis – Was ist passiert, dass jemand nach Heilpraktiker Berlin sucht? Erfolgreich waren dann Keywords, die eine Beschwerde mit dem Zusatz „Arzt findet nichts“ kombinierten – auch wenn der Google Keyword Planner keine Suchvolumen ausspuckte. Optimiert werden sollte der Customer Lifetime Value, nicht Keywords. Hier geht’s zum Blog von Karl Kratz http://www.karlkratz.de/onlinemarketing-blog/.

Content Marketing

Es wurde klar – SEO ist nicht tot, SEO verändert sich. SEOs müssen kreativ werden, um sowohl die richtigen Keywords zu finden, als auch Contentideen zu entwickeln, die für Links und Social Shares sorgen. Die erste Überlegung muss dabei immer sein, welche Zielgruppe man erreichen will und was das Ziel der Aktion sein soll: Links, Likes, Retweets, Trust usw. Wer Inspiration sucht, sollte sich die Aktivitäten von Stylight ansehen. Martijn Burgman, Head of PR & Content Marketing von Stylight Niederlande, hat verschiedene Aktionen sowie Resultate vorgestellt.

Und sonst?

Simo Ahava von NetBooster Finnland zeigte, wie er mithilfe von Enhanced E-Commerce in Universal Analytics den Content seines Blogs analysiert. Dabei legt er fest, dass seine Blog-Artikel die Produkte sind, jedes Wort einem Euro entspricht usw.:

SMX2015_NetBooster

Absolut empfehlenswert! http://de.slideshare.net/SimoAhava/enhanced-ecommerce-for-content-smx-mnchen-2015

Interessant war es natürlich auch, den einen oder anderen Googlern zuzuhören. Daher hier noch ein paar Tipps von Google selbst: In der Sitemap nicht einfach nur URLs aufführen, sondern diese mit Änderungsdatum versehen. Hreflang richtig verwenden, einzelne Sprachversionen untereinander verlinken, wenn es zu viele URLs werden, diese in eine eigene Sitemap auslagern, ein x-default-Attribut verwenden.

Fazit der SMX München:

SEO ist nicht tot, Linkbuilding irgendwie auch nicht, 08/15 SEO bringt nichts mehr, die Suche verändert sich, Projekte scheitern oft an Kleinigkeiten, SEOs müssen sich mit PR & Redaktion vernetzen.

Die zwei Tage in München waren richtig klasse – von den Speakern und Vorträgen bis hin zur Location und Verpflegung. Vielen Dank für die tolle Orga und bis zum nächsten Jahr!