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Passion for Performance - unser Kollege beim Ironman in Frankfurt

Unser Kollege Martin Buchwald (Senior Consultant Dialogmedien explido»iProspect) hat ein ganz besonderes Hobby, er nimmt an Triathlons teil. In diesem Jahr wagt er sich an die Königsdisziplin dieser Veranstaltungsart – den Ironman in der Langdistanz (3,8 km Schwimmen, 180 km Fahrrad fahren, 42 km Laufen). Wir finden diesen Ehrgeiz wirklich bewundernswert und wollten etwas mehr über seine Beweggründe erfahren.

Melanie: Martin, wie bist Du zu dieser ungewöhnlichen Sportart gekommen? Viele unserer Kollegen gehen ja regelmäßig Laufen, Fahrradfahren oder Schwimmen – bisher kenne ich jedoch keinen der sich an einen Ironman gewagt hat!

 

Martin: Angefangen habe ich noch bevor ich zum Mittvierziger wurde, die Triathlon-Karriere kann also nicht vollständig auf eine ausgewachsene Midlife-Crisis geschoben werden. Aber so ganz bewusst und mit Plan ist das auch nicht „passiert“. In der Freizeit bin ich gefühlt schon immer mit dem Mountainbike unterwegs gewesen. Ganz klar aufs Wochenende beschränkt und auch eher als Fortbewegungsmittel, um von Biergarten A zu Biergarten B zu kommen. Als ich dann durch Zufall einen Startplatz für ein Straßenrennen in Berlin gewonnen habe, hatte ich endlich einen Grund, um mir ein Rennrad kaufen „zu müssen“. Nach zwei Tagen Training und mit einem niegelnagelneuen Renn-Boliden fand ich mich dann unter dem Brandenburger Tor wieder, bin nicht vom Rad gefallen und war infiziert.



Das Laufen kam dazu, um auch mal am Abend im Dunkeln ein bisschen Ausgleich zu haben und Schwimmen machen Triathleten ohnehin nur, um nicht auszusehen wie zwei überproportionale Beine mit Kopf drauf. Also eine rein ästhetische Entscheidung, die einen zwangsläufig irgendwann zum Triathleten macht.

Melanie: Wie kriegst Du denn Job, Familie und dieses zeitaufwendige Hobby unter einen Hut?

Martin: Einfache Antwort: Gar nicht! Wenn man intensiv trainiert, wird als erstes der Schlaf reduziert, dann fällt das Fernsehprogramm weg, man fordert bei Freunden und Familie Verständnis und Toleranz ein. Und spätestens nach einem halben Jahr haben sich die sozialen Kontakte sowieso von ganz allein erledigt, weil alle vollkommen abgenervt sind von deinem monothematischen Dreisport-Spleen. Ansonsten stimmt die Work-Life-Balance: Ich verbringe noch immer mehr Zeit im Büro als auf der Tartanbahn oder im Schwimmbad! Da arbeite ich noch dran ;-) 

Melanie: Wie motivierst Du Dich jeden Tag aufs Neue für das doch sehr anstrengende Training?



Martin: So anstrengend ist das nicht. Würde es nicht Spaß machen sich jeden Tag neue Ziele zu stecken, Zeiten zu knacken oder noch ein bisschen mehr geben zu können, würde ich es nicht machen. Die Herausforderung ist nicht das Training, sondern mit dem Kopf klar zu kommen. Jeder der einmal einen Marathon gelaufen ist (oder der Straßenbahn hinterher) weiß, dass das Rennen erst im letzten Drittel losgeht. Da tut alles nur noch weh. 

Melanie: In welcher Zeit willst Du den Ironman schaffen? Hast Du Dir hier ein Zeitlimit gesetzt oder zählt allein der olympische Gedanke?

Martin: Einzig der olympische Gedanke natürlich! Und ich wäre ja verrückt, wenn ich Dir verraten würde welches Ziel ich mir gesteckt habe… aber andererseits: Eins habe ich gelernt seitdem ich mich mit Triathlon, Ausdauer- und Extremsport beschäftige: Sprich drüber, dann kannst du nicht kneifen. 11 Stunden ist das Limit, da möchte ich drunter bleiben. Wie es läuft wird sich am 3. Juli 2016 in Frankfurt zeigen. Alle die mich online begleiten wollen (http://eu.ironman.com/): Meine Startnummer ist die #2303. Wenn ich nicht ankomme, habe ich mich halt hiermit zu weit aus dem Fenster gelehnt, voll blamiert, wir vergessen das alles ganz schnell wieder und ich werde mich definitiv nie wieder in der Kantine mit Jägerschnitzel und Schokopudding auf dem Tablett blicken lassen können.


Melanie: Und was ist die nächste Herausforderung, die Du Dir gesetzt hast? Gibt es noch eine Steigerung zu einem Ironman in der Langdistanz?

Martin: Jede Menge, zum Glück! Sonst würde ja vermutlich die Gefahr bestehen in ein riesen Loch zu fallen – bei all der Zeit, die dann bleibt. Kommendes Jahr wird meine Freundin auf der Langdistanz starten. Ich werde sie wohl coachen, damit ich sie wenigstens hin und wieder zu Gesicht bekomme. Das wird vermutlich eine noch viel größere Herausforderung als der Ironman 2016!

Und dann gibt es noch jede Menge spannende Dinge, die weniger Wettkampf-Charakter haben oder nur der Jagd nach Bestzeiten dienen z.B. den Zugspitzlauf  würde ich gern machen oder ÖTILLÖ (eine Schwimm/Lauf-Kombi), aber auf jeden Fall werde ich wieder jede Menge Rennrad fahren. 

Melanie: Lieber Martin, ich bin echt beeindruckt von Deinen Zielen und ich staune, dass Du trotz des harten Trainings deinen Humor noch nicht verloren hast. Vielen Dank für das Interview, wir drücken Dir für den Ironman die Daumen und hoffen, dass Du gesund im Ziel ankommst. Viel Erfolg!