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Recap Online Marketing 2012 Kongress Social Local Mobile

Der "Online Marketing 2012" Kongress fand am 12. und 13. März im Hotel Kameha Grand in Bonn statt.  Er stand unter dem Motto: "Social, Local, Mobile – Was ist der nächste Hype?" Der erste Kongresstag war stark geprägt von dem Thema Social Media Marketing, wobei der Fokus fast ausschließlich auf Facebook lag. Natürlich spricht man nicht erst seit gestern über SMM und Facebook, der Inhalt der Vorträge ist jedoch in Runde 2 gegangen. So wurde sehr deutlich, dass es nicht erfolgsversprechend ist, einfach mal bei Facebook zu starten und sich erst zu überlegen, was man dort machen will, wenn man bereits da ist. Es bedarf einer guten Idee und einem ausgeklügelten Kommunikationskonzept, wenn man auf Facebook erfolgreich sein möchte. Tiefe Einblicke in die Komplexität der Strategieentwicklung und Umsetzung von Facebook-Präsenzen bei Konzernen, wie der Deutschen Bahn und der Deutschen Telekom gaben Daniel Backhaus (Social Media Berater der Deutschen Bahn) und Luisa Vollmar (Corporate Communications, Deutsche Telekom AG). Kreative Ideen für die Bildung einer aktiven Fan-Community auf Facebook für FMCG-Hersteller stellte Maik Königs (elbkind GmbH) unter anderem am Beispiel der „Rügenwalder Mühle“ vor. Aber in welchen Fall kann man von einer erfolgreichen Facebook-Fanpage sprechen? Die Anzahl an Fans alleine kann zumindest kein KPI sein, denn diese kann man inzwischen als Paket bei ebay ersteigern. Besser: Entsprechen meine Fans auch meiner Zielgruppe und wie viele von ihnen „sprechen darüber“, interagieren also mit dem Unternehmen. Und wie sieht es mit dem Social Commerce aus? Können e-Commerce-Unternehmen relevante Umsätze über Facebook generieren? Laut Dr. Andreas Bersch (Berliner Brandung) nicht, zumindest nicht direkt messbar, denn „Social Commerce ist Marketing – nicht Vertrieb“. Die Kundenbindung sollte im Vordergrund stehen. Interessant ist auch, dass Google+ bis auf den Vortrag von Jens Monsees (Google) keine Erwähnung fand, obwohl hier Unternehmen doch auch interessante Features zur Kommunikation mit ihren Fans geboten werden. Da wird Google noch beweisen müssen, dass nicht nur ein neues soziales Netzwerk mit schönen Features geschaffen wurde, sondern auch die für Marketing-Maßnahmen notwendige Reichweite (Mitglieder) erzielt werden kann. Einen weiteren sehr interessanten Themenblock gab es rund um die digitale Markenführung. Zahlreiche Tipps zur crossmedialen Markenführung und Kommunikation mit der „Generation Y“ gab es von Yousef Hammoudah (Interactive North, MTV Networks Germany GmbH). Und wenn wir schon von crossmedial sprechen, wie steht es denn eigentlich um den guten alten TV Spot? Hat dieser bald ganz ausgedient? Laut Shiv Singh (PepsiCo Beverages) sollte sich dieser ändern, nämlich „ein Trailer für weitere digitale Erlebnisse werden“. Apps und Specials in sozialen Netzwerken können also als Verlängerung des TV-Spots dienen und so die Brücke vom Monolog zum Dialog mit dem Nutzer schlagen. Wie man zielgruppenspezifische und sehr kosteneffiziente Spots produziert, die sowohl im Internet als auch im TV eingesetzt werden können, stellte Ewald Pusch (Neverest GmbH & Co. KG) am Beispiel des Flugpreisvergleichers Swoodoo vor. Die Kampagne mit den Handpuppen Swoo & Doo war gar so erfolgreich, dass aufgrund der großen Nachfrage die beiden Puppen bald in Plüsch erworben werden können. Der zweite Kongresstag startete mit einem Vortrag von Thomas Engel (COUPIES GmbH) zum Thema Mobile Couponing, einer sehr spannenden Möglichkeit, das mobile Online-Marketing mit dem Offline-Handel zu verknüpfen. In Abhängigkeit des Standorts des Users werden passende Gutscheine auf dem Smartphone angezeigt, welche dann direkt im stationären Handel nebenan eingelöst werden können. Die Maßnahme dient nicht nur der Bindung von Bestandskunden. Beispielsweise konnte das Unternehmen Foot Locker bei rund 1.000 Gutscheineinlösungen eine Neukundenquote in Höhe von 71% verzeichnen. Die Vorträge teilten sich am Vormittag des zweiten Tages in parallele Sessions. In der Session Usability zeigten Gabriel Beck (explido) und Thorsten Hubert (Web Arts AG) die riesigen Potentiale der Conversion Optimierung auf. Gabriel Beck fand in einer internen Studie von explido über ca. 130 Kunden heraus, dass im Durchschnitt 17,5 spezielle Landingpages zum Einsatz kommen, 82% des Umsatzes jedoch von der Top 3 der Landingpages generiert werden. Leider bleibt dieses Potential noch viel zu häufig ungenutzt, da im Allgemeinen noch bei vielen Unternehmen das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Landingpages und Testing fehlt. Laut Thorsten Hubert liegt das Verhältnis des Budgets für Traffic-Einkauf im Vergleich zu den Ausgaben für die Conversion Optimierung (Veredelung des Traffics) bei 92:1! Es folgten weitere Vorträge zu Retargeting-Möglichkeiten im Display-Marketing, der Verknüpfung von Display- und Search-Kampagnen, Online Marketing im B2B-Umfeld sowie Datenschutz im Online Marketing. Insgesamt war der Online Marketing 2012 Kongress eine gut organisierte Veranstaltung mit spannenden Vorträgen.