Recap CMC 2015 Content Marketing Conference in Koeln

Zwei Tage im März, 600 neugierige Teilnehmer, ein Schwung kompetenter Referenten und eine tolle Location – das war die perfekte Mischung für eine erfolgreiche fünfte Content Marketing Conference in Köln. Von witzigen Beispielen aus der Praxis, über hands-on Tooltipps, bis zu strategischen Ansätzen war an diesen zwei Tagen alles dabei. Die Aspekte, die guten Content ausmachen, wurden in jedem Vortrag sehr schnell abgehandelt: „Es kommt auf gute Informationen, Qualität und Relevanz an und wenn noch ein Fünkchen Witz und Unterhaltung im Spiel ist, dann läuft’s!“, fasst Robert Herrmann, Director Strategic Solutions Germany & Middle-East von Yahoo! zusammen. In den letzten Jahren ging es vermehrt um diese Fragen, doch hier scheint man bereits solide Antworten gefunden zu haben, sodass das Hauptaugenmerk rund ums Content Marketing auf anderen Themen lag. [caption id="attachment_16051" align="aligncenter" width="1024"]CMC 5.0 in der Wolkenburg in Köln CMC 5.0 in der Wolkenburg in Köln, Quelle: explido[/caption] Wie kommt der Content in die Welt hinaus? Dieses Jahr waren zwei Haupttendenzen auf der CMC zu spüren, die beide in Richtung Distribution deuten. Am ersten Tag der Veranstaltung lag der Fokus auf Influencer Marketing. Das sei eine tolle Möglichkeit Multiplikatoren in die Marketingmaßnahmen zu involvieren, um neben der Sympathie auch die digitale Reichweite für Unternehmen zu nutzen. Tag zwei stand unter dem Stern des Native Advertisings. Eine ganz andere eher monetär basierte Herangehensweise, aber mit demselben Ziel: die Verbreitung des Contents im World Wide Web. Influencer an die Macht – YouTuber und Blogger als Sympathie- und Reichweitengaranten Opel lässt sie ans Steuer, Lufthansa Cargo und Bosch setzen sie ins Flugzeug und Coca Cola macht einem von ihnen einen kompletten Sendeplatz frei – der Trend zeigt eindeutig, dass starke Marken auf die Internetstars und -sternchen unserer Zeit setzen. Die sogenannten Influencer sind authentisch, sympathisch und besitzen meist schon eine kleine (manchmal auch große) Fanbase. Diese Attribute sind geradezu perfekt für die Content-Marketing-Maßnahmen der bekannten Konzerne. Durch die Integration der Social Influencer steigt die organische Reichweite der Inhalte und Unternehmen haben sozusagen „einen Fuß in die Tür“ der entsprechenden Zielgruppe bekommen. Coco Cola und YouTube-Star DNER (aktuell 1,7 Millionen Abonnenten und damit auf Platz 10 der meistabonnierten Kanäle Deutschlands) kreieren zusammen auf Coke TV die #CokeTVMoments. Das Konzept basiert darauf, dass die Marke Coca Cola den Rahmen für das Format vorgibt. DNER ist der Gastgeber der Sendung und die Community darf die Themen mitbestimmen. In dieser Konstellation beschert DNER in jeder Sendung aufs Neue einem oder mehreren Fans einen „Coke Moment of Happyness“, also einen besonderen Wunsch – vom Longboard fahren auf der Flugzeuglandebahn bis zur Huskieschlittentour in den Alpen. [gallery columns="4" ids="16053,16049,16047,16046"] Die Voraussetzungen dafür, dass – wie bei CokeTV – eine Erfolgsgeschichte geschrieben wird, sind simpel, aber auch nicht ganz leicht einzuhalten: Persönlichkeit: Der Blogger oder YouTuber muss perfekt zur Marke passen – so war DNER bereits vor seiner Kooperation mit Coca Cola dem Erfrischungsgetränk verfallen und hat auch auf seinem eigenen YouTube Channel die ein oder andere Cola im Bild gehabt. Mut: Das Unternehmen sollte sich trauen auch einen Teil der „Kontrolle“ an den Social Influencer abzugeben, denn die Testimonials wissen am besten, wie sie ihre Zielgruppe ansprechen. Auf diese Weise holt man sich einen Zielgruppenversteher und Quotenbringer an Bord, der seine eigene Facette zum Content beiträgt. Authentizität: Es ist wichtig, dass die Beiträge – ob in Video- oder Textform – authentisch bleiben. Dazu gehört beispielsweise, dass die YouTube Clips nicht zu „glossy“, also fehlerfrei wirken, sondern weiterhin mit „Jump Cuts“- also schnellen Schnitten, wenig Kameraperspektiven und dem ein oder anderen Wackler locker, spontan und real bleiben sowie nicht zu professionell und markengesteuert wirken. Native Advertising – Content Marketing mit monetärer Starthilfe Christian Herbs von IQ Digital fragt in seinem Vortrag: „Wann wird Native Advertising akzeptiert?“ - und liefert selbst die Antwort. Dafür müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
  • Relevanz der Inhalte
  • Nachhaltigkeit des Contents
  • Schilderung einer Expertensicht
  • Eine klare Kennzeichnung
Beispiele, wie Native Advertising funktioniert, liefern der IT Coach des Technologieunternehmens Hewlett-Packard oder die WiWo Gründer von Vodafone. Das Erfolgsrezept beruht auf Mehrwert und Insider-Informationen für den Leser: Hier werden Tipps rund um Drucker geliefert oder Insights in die Start-up und Gründerszene. Großes Vorbild im Bereich Native Advertising ist Buzzfeed. Die aus den USA stammende Medienfirma bietet Artikel und Werbekampagnen aus einer Hand an. Auf der CMC erläuterte Will Hayward, Vice Präsident Europe von Buzzfeed, die strategische Ausrichtung des Unternehmens, das auch in Berlin ein kleine Tochterfirma besitzt. Die große Popularität, die Buzzfeed bereits in den USA besitzt, setzt das Unternehmen für die Marketingkampagnen seiner Werbekunden ein. Gemeinsam mit Barack Obama produzierte Buzzfeed einen Spot, um die Krankenkassenversicherungsinitiative healthcare.gov zu bewerben. In dem sympathischen Video übt der US-Präsident seine Healthcar-Rede vor dem Spiegel und kritzelt in seinem Notizbuch herum. Die Message: Ob Versprecher oder Langeweile im Büro – wenn er sich unbeobachtet fühlt, ist auch der mächtigste Mann der Welt ein Normalo. Mit über 4 Millionen Likes auf Facebook gewinnt nicht nur Barack Obama an Sympathie, sondern verschafft sich auch Gehör für sein gesundheitspolitisches Anliegen. Will Hayward definiert, die Medienbranche braucht „advertising that is native to the mobile and social experience“. Seiner Meinung nach liegt der Schlüssel zum Erfolg darin “to combine serious news and community topics”. Sprich, im Content Marketing generell kuratierte, aber auch fan- bzw. community-spezifische Inhalte zu erstellen und zu verbreiten. Und last, but not least: der Content der Native Ads darf nicht zu allgemein gehalten sein. Special Interest Themen sind deswegen immer besser als allgemeines „Geplänkel“. Auf den strategischen Boden der Tatsachen … holt uns Mirko Lange. Allen Maßnahmen, oder wie er gekonnt sagt, dem „Marketing mit Content“, geht eine strategische Betrachtung voraus. Ein Aspekt, der uns zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, ist folgende Anmerkung: „If you can produce content that answers people's questions, you are on the right track." In Dreiecken illustriert er, wie Content Strategie und Content Marketing zusammen wirken und die „Core Story“ genau das ist, was wir brauchen, um den idealtypischen „Core Content“ zu erstellen. [caption id="attachment_16052" align="aligncenter" width="631"]Mirko Lange Folie Darstellung von Mirko Lange, Berater für Content Strategie, Content Marketing und Social Media[/caption] Und was fehlt noch? – Ah, die Frage nach dem ROI! Teilweise immer noch eine unbeliebte Frage, aber der Trend zeigt, dass – außer Lufthansa Cargo – alle Unternehmen, die auf der Konferenz vertreten waren, Erfolgsmessungen vornehmen und die Kampagnen bewerten. Katharina Sorg von BOSCH erläutert, dass für sie der ROI der Kampagnen auf jeden Fall gegeben ist, weil das Storytelling bzw. Storydoing dazu dient einen Rahmen zu bilden und auf der Corporate Ebene alle Kanäle verbindet. Erfolge lassen sich in allen Geschäftsbereichen verzeichnen, z. B. stiegen beim Lasergerät „Quigo“ die Verkäufe um 40 % nach einer Video Kampagne über Streetartists, die die Laser künstlerisch einsetzten. Eindrucksvolle Bilder und klasse Kampagnen – die zwei Tage CMC können sich auf jeden Fall sehen lassen! Was generell noch ein Problem beim Thema Content Marketing darstellt, ist das unterschiedliche Verständnis, das fast jeder – bedingt sicher auch durch den jeweiligen beruflichen Background – vom Phänomen Content Marketing hat. Die nächste CMC bringt gewiss noch mehr Licht ins Dunkel! [caption id="attachment_16045" align="aligncenter" width="1024"]Quelle: explido Quelle: explido[/caption]   Weitere Recaps zur CMC 2015: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Content-Marketing-Conference-Native-Advertising-ist-keine-Schleichwerbung-2569457.html http://onlinemarketing.de/news/recap-3-learnings-content-marketing-conference-2015 http://www.babak-zand.de/was-ist-content-marketing-definitionen-und-teildisziplinen/ https://storify.com/carstenrossi/die-cont?utm_campaign=Content%20Marketing%20Awareness%202015&utm_medium=Live%20Blog&utm_source=Storify