re publica 2013 Ernuechterung machte sich breit rp13

re:publica 13 in Berlin #rp13 Wow! Wie die Zeit verfliegt. Bereits zum vierten Mal war explido / Yamondo auf der re:publica aka digitales Klassentreffen in Berlin. Vom Klassentreffen kann keine Rede mehr sein. Die Tagesschau berichtet über das größte Treffen der deutschen Internetgemeinde mit 5.000 Besuchern. Recherche würde dem einen oder anderen gut tun, denn die dmexco in Köln hatte letztes Jahr bereits über 22.000 Besucher und sollte deswegen nicht unerwähnt bleiben. Klar das Konzept ist von den beiden Veranstaltungen völlig unterschiedlich, der kleinste gemeinsame Nenner lautet: Internetgemeinde, denn die Historie ist ähnlich! Wenn wir schon beim kleinsten gemeinsamen Nenner sind und uns der re:publica 13 widmen: „Die digitale Sau ohne Kompromisse durch Deutschland zu treiben und dabei sich in Details zu verstricken, ohne sich auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen, um Anderen die Bühne zu übergeben, unsere digitale Zukunft gestalten zu lassen, ist ein Kunststück.“ - so in etwa kann man die Zeit zwischen re:publica 2012 und 2013 beschreiben. Ernüchterung machte sich breit... Am ersten Abend hat die Keynote zum Großteil die Stimmung des ersten Tages, aber was viel spannender war, auch der zwei darauffolgenden #rp13 Tage wiedergegeben. Das ist auch keinesfalls ein Vorwurf, denn die Selbstreflexion tut gut und eröffnet neue Möglichkeiten, sich auf Strategien zu besinnen, die Wirkung entfalten.   http://www.youtube.com/watch?v=Raas1BhSIbs   Die diesjährige re:publica hat zumindest diesen Denkanstoss für die Zeit nach der Konferenz und vor der #rp14 transportiert. Auf das Ergebnis kann jeder gespannt sein. Der Umzug zum ehemaligen Postbahnhof Station Berlin hat sich bewährt. Neben mehr Besuchern, konnten auch mehr Sponsoren akquiriert werden. Dieses Jahr sprechen die Zahlen erneut für re:publica 13: #rp13 vs. (#rp12) 450 Referenten (350 Referenten) 268 Stunden Programm (200 Stunden Programm) 5.000 Besucher (4.000 Besucher)   re:publica 2013 Innenhof Station Berlin - #rp13   Es ist schier eine Herausforderung die richtige Session bzw. sich während den drei Tagen ein individuelles Programm zu recht stricken... 3 Tipps für Interessierte, die aufgrund der Berichterstattungen und der zahlreichen „re:publica 2013 Recaps“ zum ersten Mal vorhaben die #rp14 zu besuchen: #1 Studiert das Programm und setzt die Priorität auf die Themen, die Euch interessieren, allerdings mit zwei oder drei Sessions, die mit Eurem täglichen Handeln überhaupt nichts zu tun haben, um den Kopf aufzumachen! #2 Beweist parallel Flexibilität, denn nicht jede Session, die auf dem eigenem Programm feststeht, ist es wert sich auch anzuhören... Falls keine Alternative auf die Schnelle parat, lasst Euch von Eurem Social Media Stream inspirieren, denn in diesem findet sich schnell eine. #3 Innenhof oder den Affenfelsen nutzen! Selten kommt man auf einer Konferenz so leicht ins Gespräch und trifft tolle Menschen, die Mehrwert für den persönlichen Alltag bieten! Dabei begegnet man auch der einen oder anderen Referentin bzw. Referenten, mit denen man ein Thema ggf. vertiefen kann oder gleich ein Neues findet.  

Prof. Dr. Gunter Dueck (CEO, Omnisophie) und Vanessa Berger (Head of Marketing, explido)

  Großes Lob gilt den Netzwerkadministratoren! Während man sich auf der re:publica 2010 aushelfen musste - das hat auch immer vorbildlich funktioniert, schließlich sprechen wir über die Netzgemeinschaft - ist auf der #rp13 den Verantwortlichen ein Meilenstein gelungen und jetzt sollte es keine Konferenz mehr in Deutschland geben, bei der das W-Lan nicht funktioniert. Falls doch, bietet sich an mit dem re:publica Team im Vorfeld Kontakt aufzunehmen, denn wer es schafft größtenteils 5.000 Besucher mit mehr als 6.800 Devices online zu bringen, versteht sein Handwerk und gehört mit Sicherheit zu den 3% Heavy Usern der Telekom... Kleine Bemerkung am Rande: Für alle die es wissen möchten, wie die Marktverteilung der Devices war, hier ein netter Link zum #rp13 Netzwerk.   re:publica Hashtag twitter: #rp13   Bei der re:publica geht es neben ständigem Online-Sein vielmehr um Inhalte! Diese werden jedes Jahr hervorragend aufbereitet. Es gibt nichts, was den Besucher eingrenzt, um den grenzenlosen digitalen Horizont zu entdecken, ob Business & Innovation, Science & Technology, Politics & Society, Research & Education, Culture, Media, re:publica oder re:campaign Sessions. Gerne gehen wir auf paar näher ein: „Aufruf zum metakulturellen Diskurs“, gehalten von Prof. Dr. Gunter Dueck, war eine fantastische Session in Stage 1. Bereits hier zeichnete es ab, wie eine Diskussion sich entwickeln kann. Diskussionen - kein bisschen Meta:
  • Sitzenbleiben abschaffen
  • Wissen frei im Internet
  • Bedingungsloses Grundeinkommen
  • Smartphones in der Schule
  • „Jedes Kind ist hochbegabt“ (Hüther)
  • Schuluniform
  • Wulff und Hoeneß
  • Rückkehr zu alten Werten und Disziplin
  http://www.youtube.com/watch?v=uPU1y9V3jL4   Diskurs statt Diskussion. Blogger die immer noch denken, dass ihr Blog Millionen verdienen sollte. Das tut es auch, denn der Wert drückt sich nicht unbedingt in einer harten Währung aus. Ernüchterung macht sich auch hier breit, denn viele Themen drehen sich um die Vermarktung eines Blogs aus, die wenigsten verdienen damit Geld. Das wird auch so bleiben, weil vielen die globale Einschätzung fehlt und weil die meisten sich in einem eigenen digitalen Mikrokosmos aufhalten. 66,66% aller neu eingereichten bzw. geschriebenen Wiki-Einträgen werden gelöscht - think about!   re:publica 13 - Wikipedia und Wikimedia - #rp13   Zwei weitere Sessions in Stage 4 waren mehr als spannend. Warum? Weil sie mit Herzblut präsentiert wurden z.B. von Mark Rendeiro und auf persönliche Erfahrungen (Personal Revolutions Along the Nile) zurückgriffen.   http://www.youtube.com/watch?v=uPEklgZSE00   Ohne Übertreibungen dafür mit zahlreichen Beispielen (Boom vs. Culture Clash | Understanding online in South East Asia) präsentierte Sascha Funk den Alltag in Südostasien.   http://www.youtube.com/watch?v=oMDWMPtu7E8   Eine weitere Session, die fantastisch aufbereitet worden ist, war die „You Can Turn Off the Public Internet But You Can't Turn Off the Internet Public“. Einer der spannendsten Fragestellungen der aktuellen Entwicklung des Internets ist: What are we doing? Im Ernst liest sich doch kein privater Nutzer die AGBs großer Netzwerke durch. Nicht weil die Nutzer es nicht wollten, vielmehr weil niemand es mehr versteht. So bitter es klingt, in Deutschland findet die Datenschutzdebatte seit gefühlt mittlerweile Jahrzehnten statt, Bewegung gibt es kaum, außer dass Politiker es mittlerweile schaffen, komplexeste Sachverhalte innerhalb von 57 Sekunden durch zu winken. Auf die Frage im Raum wer denn glaubt, dass seine Daten vor Zugriffen Dritter sicher sind, hat sich sage und schreibe fast (es war sehr dunkel... ;o) niemand gemeldet - Einerseits erschreckend doch anderseits bietet es Chancen für Geschäftsmodelle, die uns jetzt noch nicht mal im Traum einfallen.   http://www.youtube.com/watch?v=-_oXpxrjLrc   Persönlich musste das eigene Programm auch öfters umgeswitcht werden, denn manche Sessions waren unfassbar „hobbylos“... Wobei das auch für die eine oder andere Besucherin oder Besucher wiederum genau andersrum gewesen sein kann. Jeder hat eine persönliche Präferenz und wie anfangs erwähnt, re:publica ist eine der wenigen Konferenzen nicht nur in Deutschland sondern auch weltweit, die ein Gesamtspektrum an Themen abdeckt und wenn jemand der Meinung ist, dass die drei #rp13 Tage nichts waren, kann trotzdem was mitnehmen, nämlich das #rp14 Ticket jemandem anders zu überlassen, der sich sehr glücklich schätzen wird, dabei sein zu können.   re:publica 13 Stage 1 Daimler CEO Dietmar Zetsche #rp13   Last but not least ist erstaunlich mit welcher geringer Ticketgebühr den Veranstaltern so eine Veranstaltung gelingt, dass sich sogar CEOs von führenden globalen Unternehmen, unabhängig ob Sponsor oder nicht, dafür Zeit nehmen, um in Dialog zu treten. Zugleich war die Bühnenshow ein Hingucker - Vielen Dank an das gesamte re:publica 13 Team und an alle Helfer wie auch Partner/Sponsoren!   re:publica 13 Pause #rp13 vor der #rp14   Wer gerne die gesamte re:publica 13 nachlesen möchte, darf sich den #rp13 Reader (Tag 1, Tag 2 und Tag 3) nicht entgehen lassen. Wir freuen uns jetzt schon auf die re:publica 2014 und wünschen allen bis dahin eine gute Zeit. In diesem Sinne IN / SIDE / OUT Weitere Beiträge: Die Welt - Netzgemeinde kämpft um mehr Aufmerksamkeit taz. die Tageszeitung - Denkt denn keiner an die Kinder? Frankfurter Allgemeine - Da sein, wenn entschieden wird Spiegel - Endlich das Internet retten Süddeutsche - "Lasst unser Internet in Ruhe, oder wir nehmen Euch die Faxgeräte weg" Deutsche Welle - Mit storify auf der re:publica 2013 Focus - Vom Blogger zum Netzbewohner: 5000 auf der re:publica Bild - Diese Themen bewegen Deutschlands Blogger