OMR 2016 Hamburg rockt aufs Neue

Die Online-Marketing-Rockstars- Konferenz Auch in diesem Jahr hatten wir bei explido»iProspect wieder die Chance, bei dem „Rockevent“ der Online-Marketing Branche dabei zu sein und uns überraschen zu lassen von einem bunten Mix aus hochkarätigen Rednern aus der ganzen Welt, aus verschiedensten Bereichen und unterschiedlichen Unternehmensmodellen. Eines kann an dieser Stelle schon mal vorweggenommen werden: Die OMR bleiben sich treu und können auch im Jahr 2016 das Publikum durch eine einladende, unkomplizierte und vor allem natürliche Atmosphäre überzeugen. Die Eröffnung - OMR 2016 Was 2012 mit nur 200 Gästen in kleinem Rahmen begonnen hat, ist über die Jahre zu einem Event mit über 16.000 Besuchern gewachsen bei dem sich die Branche trifft. Nachdem die zwei großen Hallen der Hamburger Messe gefüllt sind, geht es dann in Rockstars-Manier auf drei großen Leinwänden los, mit Philipp Westermeyer als Moderator, der der Veranstaltung jedes Mal wieder eine ganz persönliche Note gibt: „Wir fangen an mit der Sicherheitsschulung. Aber wir machen es auf unsere Weise“. Getreu dem Motto werden wir vom Safety Fürst (alias „Das Bo“) durch sämtliche mögliche Gefahrensituationen geführt: „Rennen Sie nicht gegen den Kamerakran! Niemand möchte ihr offenes Gehirn sehen!“ Das Publikum ist in Stimmung, aufgelockert und bereit für die Redner des Tages:
  • Scott Galloway – Media and marketing tomorrow
  • Fany Pechiodat – How to break the newsletter codes and monetize a community
  • Neil Patel – Engineering growth
  • Christian Schmalzl – Inside the leading national advertising house
  • Yaron Galai – The new world of content promotion
  • Angie – Spreading content on Instagram
  • Bonin Bough – Social media stunts for corporates
  • Julian Reichelt, Paul Ronzheimer, Marcus Tober – The new content landscape – Player, Chancen, Rollen
  • Tim Leberecht – Romantic marketing
  • Stefan Ropers – Between content and data: the power of great experiences
  • Tony Hawk – Me, a brand
Ich möchte drei Vorträge herauspicken, die mich besonders beeindruckt haben und mit euch hier einmal Revue passieren lassen. Scott Galloway – The Gang of 4 Scott Galloway ist eine Nummer für sich. Als Clinical Professor of Marketing der New York University und Autor des Digital IQ Index ® auf jeden Fall eine Größe auf seinem Gebiet, bleibt er jedoch vor allem eins: kontrovers. Das Publikum raunt, die Geister teilen sich. Doch beginnen wir am Anfang. Mit Apple, Facebook, Google und Amazon stellt Galloway zunächst „The Gang of 4“ vor. Sie bestimmen den Markt. Sie werden alles verändern. Wir stellen Marktanteile, Wachstumszahlen und Umsätze gegenüber und finden heraus, dass sich allein Apple im vergangenen Jahr um 51 Milliarden Dollar vergrößert hat. Das entspricht übrigens dem Gesamtumsatz von Louis Vitton, Richemont, Micheal Kors, Coach, Kering, Prada und Hermès zusammen. Galloway macht seine Meinung sehr deutlich: Willst du Karriere machen? Willst du erfolgreich sein? Dann musst du zur „Gang of 4“. Für alle anderen Firmen wird es schwierig. Oder du machst es, wie ein Großteil aller Mitarbeiter der „Gang of 4“ und kommst über Yahoo, das wie es Galloway nennt „incredibly efficient hr recruiting department“ Alles in allem kann man sagen, dass wir einen ziemlich pessimistischen Ausblick mit einem Schuss „Das-Glas-ist-halb-leer“-Einstellung präsentiert bekommen haben, der jedoch meiner Meinung nach sehr unterhaltsam war und durch Authentizität und Statement überzeugt hat. Fany Pechiodat – My little Paris Mit Fany Pechiodat bekommt das Publikum das komplette Kontrast-Programm zu Galloway geboten. Die freundliche, aufgeschlossene Französin erzählt uns ihre Geschichte vom Aufstieg ihrer Firma durch Newsletter-Marketing. Angefangen hat sie 2008 mit einem Mailing, das alles Neue und Inspirierende zeigen sollte, für 50 Freunde und Bekannte. Heute sprechen wir von über 1,5 Millionen Abonnenten. Doch wie hat sie diesen Sprung geschafft? Sie stellt uns ihre Marke vor: sehr emotional, weiblich und vor allem persönlich. Das trifft auch auf ihre Werbung zu. Über sogenannte „sponsored E-Mails“ fing sie an für andere Brands zu werben, aber auf ihre individuelle Weise. Keine Farbkataloge, keine Logos, keine langweiligen Firmengeschichten. „We need more than campaigns. We need stories“ - Der Leser soll begeistert werden. Nicht umsonst hat My little Paris mit 60% die höchste Öffnungsrate für Newsletter in ganz Frankreich. My little Paris bei der OMR 2016 Doch Pechoidat tritt nicht auf der Stelle. Mit My little Box erschließt sie einen neuen Vertriebsweg und schickt dem Kunden einmal im Monat eine bunte Mischung aus einem Magazin und neuen Trends aus Mode und Beauty. Von ihren Newsletter-Abonnenten konnten so 5% angeworben werden. Klingt wenig, sind aber tatsächlich 80.000 Käufer. Zum Abschied erlaubt uns die Unternehmerin noch einen Blick in ihre drei goldenen Regeln für den Aufbau einer Community, die ich euch nicht vorenthalten will:
  • Generosity (Gib deinen Kunden bevor du nehmen möchtest, sei großzügig)
  • Story (Erzähle deinem User interessante, spannende Geschichten – keine Verkaufsstories)
  • Sincerity (Sei respektvoll deinem User gegenüber)
Und auf so scheinbar einfache und doch außergewöhnliche Weise gelingt es der Französin Content zu monetarisieren und das äußerst erfolgreich. Bonin Bough - Social media stunts for corporates Bonin Bough ist Chief Media & eCommerce Officer bei Mondelēz und als Kind scheinbar in den Zaubertrank gefallen: Er sprudelt vor Energie, ist laut aber auf den Punkt und reißt sein Publikum mit. Die Botschaft dahinter müssen wir uns allerdings nochmal genau anschauen. Eins steht fest, es gibt mehr Menschen die ein Smartphone besitzen als Menschen die eine Zahnbürste haben. Daraus nehmen wir mit: Mobile ist und bleibt im Aufschwung und die Welt muss dringend an ihrer Zahnhygiene arbeiten. Doch Bough macht nicht nur Spaß sondern zeigt auch auf beeindruckende Art und Weise wie mobile auch für untypische Produkte wie den Oreo Keks genutzt werden kann. Mit „Twist, Lick, Dunk“ schafft Mondelez ein Spiel, das schnell ist, einfach funktioniert und den User tatsächlich unterhält und das bei einem nicht zu unterschätzenden Branding Effekt. Bough macht sich damit die Handybegeisterung der Gesellschaft zunutze, denn immerhin ist er sich einer Sache sicher „Smartphones machen süchtiger als Kokain“ Um ihrem Namen gerecht zu werden, hat die OMR auch 2016 wieder ordentlich aufgetischt und mit Jan Delay und Udo Lindenberg musikalisch nochmal für ein besonderes Highlight gesorgt. Es wurde mitgesungen und getanzt und von Langeweile kann bei dieser Konferenz wirklich keine Rede sein. Udo Lindenberg & Jan Delay bei der OMR 2016 Damit komm ich zum Fazit und Abschluss meines Recaps zur OMR 2016 Man kann es ruhig so sagen, wie es ist: Die OMR wächst und wird weiter wachsen. Was klein angefangen hat, ist jetzt fester Bestandteil der Branche. Es funktioniert zwar nicht immer alles, aber auch das hat seinen besonderen Charme und bringt die gewisse Lockerheit mit durch die ja gerade begeistert werden soll. Alles in allem gibt es von mir einen Daumen hoch: Es gab tolle Redner, ein super Programm und einen großen Überblick über die Branche. Ich kann es für jeden empfehlen, der mal über den eigenen Tellerrand schauen möchte und dabei sein will, wenn neue spannende Themen und Trends diskutiert werden. In dem Sinne bis zum nächsten Mal! Der Safety Fuerst bei der OMR 2016