Ghost eine neue Blogging Plattform

Um unsere Kunden bei der Wahl eines passenden Content Management Systems bestmöglich zu unterstützen, schauen wir uns laufend nach neuen innovativen Systemen um. In dieser Woche ist nun der erste Public Release der Bloggingplattform Ghost erschienen. Das Projekt wurde im November 2012 von John O'Nolan zunächst nur als Idee vorgestellt. Dann erhielt es allerdings innerhalb kürzester Zeit so viel Feedback, dass es im April bei Kickstarter eingestellt wurde. John O'Nolan wollte ein schlankes CMS, das nur einem einzigen Zweck dient: Dem Bloggen. Wordpress, das zunächst genau dafür entwickelt wurde, entwickelte sich in den letzten Jahren weg von einer reinen Bloggingplattform hin zu einem vollwertigen CMS, mit dem es inzwischen auch möglich ist komplexe Webseiten, Communities und sogar Online-Shops zu erstellen. Ghost soll nun diese Lücke wieder schließen.

Das Backend

[caption id="attachment_13857" align="aligncenter" width="710"]Das Backend von Ghost Abb. 1[/caption] Schlank und übersichtlich kommt das Backend von Ghost daher und bietet nur die notwendigsten Funktionen. Auf den ersten Blick fällt gleich die Artikelvorschau (Abb. 1)auf, die den rechten Teil der Seite einnimmt. Diese gibt es auch, wenn man einen neuen Artikel erstellt oder einen bestehenden bearbeitet (Abb. 2). Dadurch kann man beim Schreiben die Änderungen live mitverfolgen. Einen WYSIWYG-Editor, wie man ihn von anderen Content Management Systemen kennt, sucht man bei Ghost vergebens. Hier wird auf Markdown gesetzt, eine Auszeichnungssprache, wie sie auch in vielen Wikis vorkommt. [caption id="attachment_13870" align="aligncenter" width="710"]Der Editor von Ghost Abb. 2[/caption]

Beispiele für die Syntax von Markdown

# Überschrift wird zu <h1>Überschrift</h1>
				## Überschrift wird zu <h2>Überschrift</h2>
				**fett** wird zu <strong>fett</strong>
  Wer mit Markdown noch nicht vertraut ist, muss die Auszeichnungen allerdings nicht auswendig lernen. Oberhalb des Editors findet sich eine kleine Hilfe, in der noch ein mal alle aufgelistet sind. Außerdem gibt es Shortcuts, die das Schreiben vereinfachen.

Einstellungen

[caption id="attachment_13884" align="alignright" width="211"]Allgemeine Einstellungen Abb. 3[/caption] Wie das gesamte CMS sind auch die Einstellungen von Ghost sehr schlank gehalten. Hier finden sich nur ein paar wenige Konfigurationsmöglichkeiten (Abb. 3). Auch eine Benutzerverwaltung mit verschiedenen Rollen sucht man vergebens. Ghost ist nur für einen Benutzer ausgelegt. Sollten dennoch mehrere Autoren an einem Blog zusammen arbeiten wollen, müssen diese sich einen Zugang teilen.

Technische Anforderungen

Da Ghost auf node.js, einer Plattform, die es ermöglicht schnelle und skalierbare Anwendungen in JavasScript zu erstellen, basiert, wird node.js voraus gesetzt. Für die Entwicklung auf dem eigenen Computer gibt es ausführliche Installationsanleitungen für verschiedenen Plattformen (Windows, Mac, Linux). Wer einen öffentlichen Blog mit Ghost betreiben möchte, benötigt einen Webspace oder Server, auf dem node.js zur Verfügung steht.

Erweiterbarkeit

Ghost ist über Plugins und Themes erweiterbar. Bisher wird im Ghost Marketplace auf 12 kostenlose und kostenpflichtige Themes hingewiesen. Konkrete Informationen zu Plugins gibt es bisher noch nicht.

Fazit

Mit dem Open Source CMS Ghost wird eine Lücke geschlossen, die durch die Weiterentwiclung von Wordpress in den vergangenen Jahren entstanden ist. Durch die moderne Architektur mit node.js ist eine schlanke und schnelle Blogging Plattform entstanden, die einen vielversprechenden Eindruck macht. Dennoch wird es wohl noch eine Weile dauern bis sich Ghost etablieren wird. Bisher gibt es nur wenige Themes und noch keine Plugins, allerdings viele Feature-Wünsche, was man auch dem Ghost Forum entnehmen kann. Mit der Beschränkung auf einen Benutzer ist es auch für kleinere Redaktionen schlecht einsetzbar. Bei den meisten Webhostern ist im Augenblick node.js in den einfachen Paketen noch nicht verfügbar, was sich hoffentlich demnächst ändert. Derzeit bleibt einem meist nur die Möglichkeit node.js auf einem VServer oder Root-Server selbst einzurichten. Auch wenn es noch Einschränkungen gibt, werden wir die weitere Entwicklung von Ghost weiter verfolgen. Quellen:
  • Beitrags-/Titelbild: Ghost Logo https://en.ghost.org/about/logos
  • Abb. 1: Screenshot Ghost Backend
  • Abb. 2: Screenshot Ghost Editor
  • Abb. 3: Screenshot Ghost Settings Page
Ein knappes Jahr nachdem John O'Nolan in seinem Blog die Idee für ein neues Blog-CMS ankündigte, erschien nun am 14. Oktober der erste Public Release von Ghost.