Erste Bilanz zum neuen Google Shopping

Bereits Anfang des Jahres hatten wir über die anstehenden Google Shopping Änderungen berichtet. Drei Monate nach Inkrafttreten der Änderungen ziehen wir eine erste Bilanz und haben die Auswirkungen, die wir bei unseren Google Shopping Kampagnen beobachtet haben, zusammengestellt.   Start des neuen Google Shopping Nach den Vereinigten Staaten sind seit dem 13. Februar Google Shopping Anzeigen auch in folgenden Ländern kostenpflichtig: Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Japan, Italien, Spanien, den Niederlanden, Tschechien, Brasilien, Australien und der Schweiz. Zudem werden die Anzeigen seitdem standardmäßig in der Google Suche als „bezahlte Anzeige“ dargestellt:   [caption id="attachment_12054" align="aligncenter" width="300"]Anzeigenformat Google Shopping Anzeigenformat Google Shopping
Quelle: www.google.de[/caption]



Die Umstellung auf das kostenpflichtige Modell bei Google Shopping wird erst Ende Q2 komplett abgeschlossen sein. Bis dahin setzen sich die Ergebnisse unter Google Shopping aus kostenpflichtigen (PLAs) und kostenlosen (Google Shopping) Einbindungen zusammen. Ab Juli gibt es dann nur noch bezahlte Anzeigen – alle anderen werden nicht mehr gezeigt.

  Entwicklung der kostenlosen Anzeigen

Bei den kostenlosen Anzeigen haben wir seit der Umstellung auf das kostenpflichtige Modell einen Rückgang der Klicks festgestellt. Nach einem ersten Rückgang Mitte Februar sind die kostenlosen Klicks bis Ende Februar weiter zurückgegangen und sogar auf einen Tiefpunkt gesunken. Nach diesem tiefen Einschnitt haben sich die Klicks zwar wieder etwas erholt, allerdings sehen wir insgesamt ein deutlich niedrigeres Klick-Niveau als vor der Umstellung. Auch ist der Anteil der kostenlosen Klicks nur noch gering: Die kostenlosen Klicks machen nur noch etwa ein Zehntel der bezahlten Klicks aus.

  Entwicklung der bezahlten Anzeigen Seit der Umstellung Mitte Februar konnten wir  bei den bezahlten Google Shopping Anzeigen einen deutlichen Volumen-Zuwachs verzeichnen: Impressions und Klicks sind seit Ende Februar um etwa 30-40% gestiegen. Darüber hinaus konnten wir auch einen Conversion-Anstieg um etwa 10-15% beobachten sowie eine insgesamt bessere Performance bei einer granularen Kampagnen-Struktur. Leider gehen die erzielten Conversions jedoch mit einem höheren Invest einher:  Seit Mitte/Ende Januar sind die Klickpreise um etwa 25% und die CPOs um etwa 10-15% gestiegen.   Zusammenfassung & Ausblick Insgesamt können wir seit der Umstellung auf bezahlte Google Shopping Anzeigen sowohl positive als auch negative Entwicklungen feststellen. Positiv sehen wir insbesondere die Entwicklung des Traffic-Volumens.
  • Prominentere Platzierung in der Google Suche
  • Der Traffic der Kampagnen ist gestiegen (Impressions, Klicks)
  • Der Zuwachs des kostenpflichtigen Traffics liegt über dem kostenlosen Traffic, der weggefallen ist.
  • Die Gesamt-Performance der Kampagnen ist gestiegen (Klicks, Conversions)
  • Je granularer die Kampagnen-Struktur, desto besser ist die Performance
Als Schattenseite des neuen, kostenpflichten Google Shopping sehen wir – wie bereits im Vorfeld vermutet – vor allem den gestiegenen Wettbewerb um gute Anzeigenplatzierungen und die damit verbunden Auswirkungen:
  • Gestiegener Wettbewerb
  • Gestiegene Cost-per-Click (CPC)
  • Gestiegene Cost-per-Order (CPO)
Damit scheinen die Neuerungen vor allem auf Kosten derer zu gehen, die bereits frühzeitig detaillierte und gut platzierte Google Shopping Anzeigen hatten und jetzt ein Stück vom Kuchen abgeben müssen. Welche weiteren Auswirkungen die Umstellung mit sich bringen wird, bleibt letztlich abzuwarten. Allerdings stellen wir uns bereits folgende Fragen:
  • Wird es ab Juli tatsächlich eine höhere Anzeigenqualität geben, oder werden nur noch Anzeigen großer Händler geschaltet, die über ein entsprechendes Budget verfügen?
  • Werden CPC und CPO wieder sinken, sobald alle kostenlosen Anzeigen wegfallen und sich der Wettbewerb eingependelt hat?
  • Wie reagieren kleine Händler? Werden SEA-Budgets künftig zu reinen Google Shopping Budgets?
  • Wie werden User reagieren, wenn sie feststellen, dass auf Google Shopping nur noch bezahlte Anzeigen erscheinen und nicht mehr alle verfügbaren Produkte? Werden sie auf andere Preis- und Produktsuchmaschinen ausweichen oder weiterhin Google Shopping nutzen?
Wir werden die Google Shopping Kampagnen weiter beobachten und sind gespannt, welche Folgen der komplette Wegfall der kostenlosen Anzeigen ab Juli haben wird.