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Direktbank Facebook Filiale schliesst um sechs Uhr

Social Media bedeutet nicht zwangsläufig 24-Stunden-Service an sieben Tagen die Woche. Die neuseeländische ASB Bank geht mit gutem Beispiel voran: Sie unterhält in den sozialen Netzwerken Google +, Twitter und Facebook eine virtuelle Filiale („ASB Virtual Branch“). Auf Facebook schließt die ASB Bank pünktlich um 18 Uhr. Eine Filiale in den sozialen Netzwerken bietet dem User viele Vorteile: Er spart sich nicht nur den Weg zur nächsten stationären Filiale, sondern auch viele Minuten in der Warteschleife der Kundenhotline. Er hat die Möglichkeit, seine Fragen auf unterschiedlichen Portalen zu stellen und erhält schnell und bequem die für ihn relevanten Informationen. Darüber hinaus ist der User ortsungebunden: Er kann von überall mit den Beratern der Bank in Kontakt treten und bekommt dabei das Gefühl, sich in einer realen Filiale zu befinden. Vom Social Media Auftritt der ASB Bank profitiert jedoch nicht nur der Nutzer, sondern auch die Bank selbst. Für sie ist diese virtuelle Filiale eine Chance, Kundenbedürfnisse zu erkennen, zu verstehen sowie angemessen darauf zu reagieren. Neben dem Ziel der Kundenbindung stehen auch die Stärkung der Marke und die Wahrnehmung des Unternehmens als innovativ und serviceorientiert im Vordergrund. Das Ziel der ASB Bank, innerhalb von sechs Monaten 11.000 Fans zu gewinnen, wurde bereits in weniger als drei Monaten erreicht. In der Anfangszeit steigerte sich die Anzahl der Fans um täglich 300, aktuell hat die ASB Bank 22.480 Fans (Stand 15.11.2011). Kombiniert wurde die „ASB Virtual Branch“ der ASB Bank mit Facebook-Werbeanzeigen.             Quelle: Fanpage ASB Bank am 18.11.2011 Am Anfang steht eine individuelle Strategie Bisher haben nur sehr wenige Banken einen ähnlich repräsentativen Facebook-Auftritt wie die ASB Bank. Meist werden lediglich nur die eigene Produktpalette und/oder das Team vorgestellt. Einen intensiven Kundendialog gibt es leider nur selten. Die seit einem Jahr erfolgreich laufende „ASB Virtual Branch“ stellt ein exzellentes Best-Practice-Beispiel für andere Banken dar, die die Vorteile von Social Media Marketing nutzen möchten. Doch wie positioniert man sich als Bank neu in der Social Media Landschaft? Um in den sozielen Netzwerken erfolgreich zu sein, sollte jedes Unternehmen eine eigene Strategie entwickeln. Eine Standardstrategie gibt es nicht. Die ideale Basis hierfür ist ein Monitoring, um herauszufinden, wie präsent die Bank in den Social Media Plattformen ist, wie die Zielgruppe beschaffen ist und welches Bild die User vom Unternehmen haben. Auf dieser Basis kann sie dann eine individuelle Strategie erarbeiten, die niemals standardisiert werden sollte. Dabei sollte die Bank aber stets die Ressourcen im Blick haben und ein Budget für die Interaktionen und Applikationen in den sozialen Netzwerken festlegen. Social Media eignet sich für Banken, die bereit sind sich aktiv und transparent in sozialen Netzwerken zu präsentieren und die verstanden haben, dass ihre Zielgruppen in diesen Netzwerken anzutreffen sind. Sowohl für den Kunden als auch für Banken lohnt es sich, den Dialog zu suchen. Direktbanken profitieren am stärksten von einem Social Media Auftritt, denn dadurch wirken sie transparenter, persönlicher und nicht zuletzt sympathischer. Durch das direkte Feedback der Kunden können sie das Verbesserungspotenzial ihrer Produkte und ihres Services viel besser einschätzen. Banken bzw. Direktbanken, die ein Ohr für die Bedürfnisse ihrer Kunden haben, interessanten Content liefern und den Kunden ihre Produkte und Dienstleistungen mittels Apps spielerisch näher bringen möchten, werden die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten des Social Media Marketings gewinnbringend nutzen können.