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Affiliate Marketing in den Niederlanden

Affiliate Marketing ist als performanceorientierter Kanal nicht nur in Deutschland auf Wachstumskurs. Wie vor Kurzem auch in dem Blogbeitrag zum Thema Affiliate Marketing in UK berichtet, expandieren Netzwerke wie Affilinet und Zanox in weitere europäische Länder und folgen damit internationalen Netzwerken wie Tradedoubler nach. Hier stehen sie im Wettbewerb zu den lokalen Anbietern, die je nach Land eine unterschiedlich starke Marktstellung haben. Auch für Affiliates ist es oft lohnend, einen Blick über die Grenzen zu werfen und Traffic aus anderen Ländern zu nutzen. Viele Onlineshops sind multi-sprachen fähig und dadurch bereits in anderen Ländern präsent. Ein Einstieg ins Affiliate Marketing im jeweiligen Land lohnt sich daher auch für Merchants. Dennoch sollte sich vor Programmstart mit den jeweiligen landesspezifischen Eigenheiten auseinander gesetzt werden um den Erfolg zu sichern. Unser direkter „Nachbar“, die Niederlande, liegt bzgl. des Anteils an Haushalten mit Internetzugang mit 90% europaweit an der Spitze und weist somit ein großes Potenzial für ein erfolgreiches Partnerprogramm auf. Wie sieht also die Marktsituation in den Niederlanden aus? Neben Tradetracker und Tradedoubler als internationale Affiliate Netzwerke dominieren vor allem die lokalen Netzwerke Daisycon und M4N den Markt. Laut Yonego Studie (2009) geben 28,1% der befragten Affiliates an, dass Daisycon ihr präferiertes Netzwerk ist, gefolgt von Tradetracker (20,1%) und M4N (14,2%). Tradedoubler rangiert mit 8,9% auf Rang 4. Auch hinsichtlich der Nutzung der Netzwerke liegen die genannten vier weit vorne. So geben 72,5% der Affiliates an, mit Daisycon zu arbeiten, 62,1% arbeiten mit Tradedoubler, 61,5% mit Tradetracker. Nach M4N, das 55,3% nutzen, folgt Zanox mit 34,0%. Affilinet hingegen hat mit 15,4% einen geringen Anteil hinsichtlich der Nutzung durch Affiliates. Präferenz Netzwerke Niederlande Ungewöhnlich, zumindest im Vergleich zu Deutschland, ist auch die Vergütung der Netzwerke. Die zu zahlende Netzwerk Provision fällt hier in aller Regel nicht auf die Publisher Provision an, sondern auf die Gesamtrechnung. Es wird also eine „Verteilung“  zwischen dem Netzwerk und den Affiliates vorgenommen. Bei einer Publisher Provision von 10 EUR (70% der Gesamtrechnung), fällt somit eine Gebühr von 4,28 EUR (30% der Gesamtrechnung) für die Netzwerke an, während in Deutschland 3 EUR (30% von 10 EUR) an die Netzwerke zu zahlen sind. Die Gesamtrechnung beträgt dann nicht 13 EUR, sondern 14,28 EUR. Insgesamt scheint es, als ob die Branche in den letzten Jahren gereift ist: in der Studie von Yonego geben mehr als die Hälfte (58,3%) der befragten niederländischen Affiliates an, ihre Programme geschäftlich zu bewerben und nicht im privaten Rahmen. Wirft man einen Blick auf das monatliche Affiliate-Einkommen der Befragten, so stellt man fest, dass über die Hälfte der Affiliates Einnahmen von mehr als 500 EUR monatlich erzielt. 17,6% der befragten Niederländer geben sogar an, mehr als 50 Programme aktiv zu bewerben. Umgekehrt sind nur knapp 10% der Affiliates für ein einzelnes Partnerprogramm aktiv. 34,1% der befragten Affiliates geben an, dass Sie auch international tätig sind. Zu den am häufigsten beworbenen Branchen in den Niederlanden zählen Reisen (49,6% der Affiliates), Telekommunikation (34,2%) und Computer & Elektronik (31,9%). Erst dann folgen „klassische“ Versandhandels-Programme wie Kleidung (28,4%), Bücher/ Filme/ Musik (25,5%) oder Online Warenhäuser (24,9%). Versicherungen und Finanzen bewerben noch knapp 23,5%. Die bedeutendste Traffic Quelle der niederländischen Affiliates ist der Yonego Studie zufolge der organische Suchindex (69,0%). Google Adwords (46,5%) und Yahoo (9,4%) liefern weiteren relevanten Traffic für die Affiliates. Für 22,8% der Affiliates ist E-Mail Marketing eine wichtige Traffic-Quelle, Media Buying nutzen 6,6% der Befragten zur Traffic Generierung. Merchants, die beispielsweise in die Niederlande expandieren wollen, sollten aber beachten, dass auch hier das Programm kein Selbstläufer ist. Auch unter den niederländischen Affiliates wird sehr viel Wert auf Kommunikation und Information gelegt. So geben etwa 29,3% in der Yonego Studie an, zumindest wöchentlich Kontakt zum Affiliate Manager zu haben. Weitere 22,4% der Publisher haben monatlich Kontakt, 7,5% sogar täglich. Nur etwa 40% haben wenig oder gar keinen Kontakt zu dem Programm Betreuer. Die meisten Publisher bevorzugen zur Kontaktaufnahme eine E-Mail (68,1%). 18,5% wenden sich per Telefon an den Affiliate Manager. Um den Publishern eine einfache und unkomplizierte Kontaktaufnahme zu ermöglichen, sollten daher zumindest E-Mail Adresse und Telefonnummer des Ansprechpartners für die Affiliates leicht auffindbar sein (z.B. in der Programmbeschreibung). Um die Affiliates vom eigenen Programm überzeugen zu können, braucht es aus Sicht der Affiliates laut Yonego Studie vor allem zwei Faktoren: die Relevanz des Programms für die eigene Seite und Umsatzpotential. Mit jeweils knapp 38% sind diese zwei Kriterien am wichtigsten bei der Auswahl des zu bewerbenden Programms. Es verwundert daher nicht, dass die Frage nach Incentives relativ eindeutig ausfällt: etwa 60% der befragten Affiliates geben an, dass finanzielle Anreize sie stimulieren, mehr zu verkaufen. Nicht zuletzt wird durch einen solchen Anreiz das Umsatzpotenzial für die Partner gesteigert. Weitere 25,8% sagen, dass Incentives für sie nicht relevant sind. Auch hier kann man davon ausgehen, dass hoch relevante Content-Affiliates sich die Partnerprogramme eher aufgrund der Affinität zur eigenen Seite aussuchen als nach evtl. kurzfristigen Gewinnspielen. Fazit: auch wenn die Niederlande nicht das bevölkerungsreichste europäische Land ist, so ist es nicht zuletzt aufgrund der hohen Internetznutzung der Niederländer für alle Seiten dennoch spannend einen Blick über die Grenzen zu werfen. Was denken Sie nach den Ergebnissen der Yonego Studie? Wie ähnlich ist die niederländische Affiliate Branche der deutschen? Beitrag verfasst von Sabrina Lipphardt