AdTrader Conference The Programmatic Advertising Event

Programmatic ist die neue DNA des Marketings - eine riesige Chance und wir sind erst am Anfang! Das war das Credo der diesjährigen AdTrader Conference in Berlin.   Am 02. Juni 2016 kam die Online-Branche nun schon zum sechsten Mal zusammen, um sich die aktuellsten Insights von hochkarätigen Referenten (Facebook, IAB, BVDW, DIFFFERENT, Flashtalking, Amnet, Spiegel, Rubicon, Meetrics, Sevenone, Yahoo, etc.) zu holen und spannenden Paneldiskussionen zu folgen. Die Hauptaussage des Ein-Tages-Events in der Karl-Marx-Allee:
  • Marketer, macht etwas aus euren (CRM-)Daten! Denkt nicht in Silos, bietet den Usern mit Werbung endlich den Service, den sie sich in der jeweiligen Phase des Marketing-Funnels wünschen!
  • Und unterlasst das No-Go: Penetriert den Kunden nicht mit langweiliger Werbung, sondern liefert passende Werbung mit interaktivem Charakter aus. Überfordert den User nicht mit "Kauf endlich"-Werbung, langweilt die User nicht, bietet ihnen etwas!
  AdTrader Conference explido»iProspect 3   Denn: User hinterlassen im Netz überall Spuren - nützt sie für passenden, userzentrierten Service! (Dr. Jochen Schlosser (SVP Data Adform), Opening-Keynote Speaker) Im Programmatic Advertising liegt der Schlüssel dazu. Alexander Kiock von der Strategieagentur DIFFFERENT prophezeit: „Wir werden nicht mehr, frei nach Henry Ford, 50% des Marketingbudgets „rauswerfen“, sondern wir werden es mit Programmatic endlich sinnvoll einsetzen.“ Wie wichtig neben Smart Data die Beratungsqualität von Agenturen in Bezug auf Programmatic ist, betonte Richy Ugwo (METRO Group) als Repräsentant der Kunden-Perspektive: Aktuell seien viele Unternehmen von Programmatic überfordert. Das Feld der Player sei unübersichtlich und undurchdringbar und die Qualität der Daten zum Teil noch zu schlecht. Unternehmen brauchen Consultants, die ihnen helfen, sich im Programmatic zurechtzufinden und ihnen einen transparenten Blick unter die Motorhaube geben.“ Der Moderator des Panels, Thomas Duhr (BVDW), stimmt zu: „Programmatic ist ein Geschenk, aber momentan noch eine Herausforderung.“ Den meist gelobten Vortrag der Konferenz hielt Sacha Berlik (The Trade Desk) mit seinem Thema „Racecars on Dirt Roads - Why we need to rethink the way we buy programmatic“: Für Sacha ist Programmatic eine unglaubliche Revolution im Marketing – „aber wir müssen noch viel Zeit in Prozesse und Architektur von Systemen stecken, denn 'Line Items' sind nicht geeignet, mit dem Spirit von Programmatic, der Pace von Programmatic und den Möglichkeiten, die sich uns dadurch bieten, mitzuhalten.“ Programmatic sei die Formel 1 unter der Rennwägen, aber die Systeme und die Prozesse, mit denen Programmatic aktuell betrieben wird, haben nur Schotterwegs-Qualität. „Hier müssen wir ansetzen und Druck auf die Dienstleister ausüben, um Bid Management Systeme weiterzuentwickeln.“ Denn: Stupide Line Items spiegeln wahrlich nicht den kreativen Grundgedanken von Programmatic wider und die aktuelle Infrastruktur, um programmatische Kampagnen aufzusetzen, zu bedienen und zu optimieren, sei völlig unzureichend. Im Publikum erntete er dafür Beifall. AdTrader Conference explido»iProspect 1   Dass ein Hauptfokus bei der AdTrader dieses Jahr auf dem Thema „Kreation“ lag, bewies das Programm: Drei Slots gab es rund um Werbebanner- und Video-Kreation. Was im Programmatic bereits jetzt schon alles möglich ist und welche immense Bedeutung das Thema „Programmatic Creatives“ dabei spielt, zeigte Oliver Busch (Facebook) mit beeindruckenden Best Practice Beispielen von VW, Bonprix, Topshop, Obi und Tchibo. Er redete nicht über Technik, Daten und Systeme, sondern über „richtige Werbung“, die aus Kreativität entsteht. Sein Rezept für gute Werbung: Unterschiedliche, emotionale Banner – für jede Zielgruppe ein anderes Set. Und sein Tipp: Liefere den Usern, was sie wirklich interessiert, sorge für persönliche Relevanz. Sei emotional! Liefere einen Nutzen und gib die Vorteile des Produkts an. Und dann erst setze den Kaufimpuls. Auch im Panel „Programmatic greift nach Kreation“ wurde die Wichtigkeit von intelligenten, zielgerichteten Bannern im Programmatic Advertising thematisiert. Was heutzutage schon alles durch künstliche Intelligenz, also Maschinen, die gerade erlernen, kreativ zu sein, möglich ist, zeigte Sebastian Küpers (Publicis Pixelpark). Und Frank Sültmann (Amnet) stellte einen aktuellen Dentsu Aegis Network-Case von Posterscope vor, bei dem Reaktionen von Leuten, die vor einem Poster standen, ausgewertet wurden und die Learnings in die Poster-Neugestaltung einflossen. Mark-Olaf Winter (Spiegel) zeigte zusammen mit seinem Co-Speaker Marcus Peikert (StickyAds.tv) einen Case zu Video Programmatic und lieferte unter dem Titel „Höherer CPM durch eigene Private Exchange - die Erfolgsgeschichte von Spiegel & StickyAds.tv“ Insights zur Strategie von Spiegel.de. „Wir haben es bei Spiegel eigentlich nicht nötig, programmatische Kampagnen zu fahren, denn wir sind voll ausgelastet. Aber: Wo soll bei uns noch Wachstum herkommen? Programmatic bietet Schätze, die noch nicht gehoben sind. Mit Private Deals kann man noch neue Kunden gewinnen und sogar TKPs und eCPM sowie Revenue steigern.“ Eine Öffnung hin zur Open Auction sei nicht geplant. Ähnlich bewertet es Matthias Schenk von Rubicon Projekt: Eine open RTB wird immer dann genützt, wenn keine Zeit ist, Private Deals abzuschließen. Aber: Als Performance-Kunde ist man in der Open Auction genau richtig aufgehoben. Im Panel „The Future of Advertising Made by Mobile“ und im letzten Vortrag „Ausblick: Programmatic Radio“ wurde noch der Bogen zu Mobile und Radio geschlagen und der Wertbeitrag von Programmatic hierfür erklärt. Damit fand die AdTrader 2016 dann auch ihr Ende. Zum Abschluss gab es an der Bar gepflegtes Networking und den Rückblick auf eine gelungene Konferenz! Nächstes Jahr gerne wieder, denn: Berlin ist immer eine Reise wert! http://www.adtrader-conference.com/   Anja Wunsch und Andrea Stein