10 Irrtuemer ueber mobiles Marketing und deren Aufklaerung

explido 10 Jahre09/10: Die Welt der mobilen Werbung ist im Vergleich zu den etablierten Online Marketing-Disziplinen noch in den Kinderschuhen und zurzeit noch nicht relevant für die meisten Werbetreibenden. So oder so ähnlich hört man es immer wieder. Haben die Zweifler recht oder sind die Early Adopter im Vorteil, die sich schon jetzt im Mobile Marketing-Zug einen Sitzplatz gesichert haben? 10 Thesen zum Mobile Marketing und was diese für den werbetreibende Unternehmen bedeuten: 1. Mobiles Internet ist neu und anders Von vielen Werbetreibenden wird das mobile Internet als etwas Neues angesehen, dass seinen Platz in der Medienlandschaft erst noch finden muss. Doch in Wahrheit ist das mobile Internet nichts anderes als das altbekannte Internet, das uns nun schon seit mehreren Jahren auf unserem Weg begleitet – lediglich auf neuen Endgeräten und in neuen Formaten. Die Grundprinzipien des Internets und damit auch der Werbung im Internet bleiben dennoch die gleichen.

Fakt ist: Mobiles Internet ist nichts anderes als „normales“ Internet auf neuen Ausgabegeräten.

2. Mobiles Internet ist mobil Die höchste Mobilitätsstufe für das Internet haben wir momentan selbstverständlich in der Verwendung von Smartphones gefunden, mit denen man überall (hier schließe ich Funklöcher und Ausflüge in Wüstengebiete aus) und ständig online sein kann. Ein großer Teil des mobilen Traffics kommt jedoch am Morgen und am frühen Abend zustande. Schaut man sich noch genauer um, so wird klar, dass diese Zugriffe über Tablet-Rechner geschehen, die in einem heimischen WLAN eingeloggt sind.

Fakt ist: Das Internet hat sich also teilweise nur vom heimischen Arbeitsplatz auf die Couch verlagert und gilt damit schon als mobil.

3. Mobiles Internet ist noch nicht relevant Zugegeben der Anteil des mobilen Traffics in Deutschland liegt momentan nur bei etwa sieben Prozent, was absolut gesehen eine ganze Menge ist, aber prozentual eben nur ein Bruchteil. Gerade hier haben die Deutschen einen Nachholbedarf gegenüber vielen europäischen Nachbarn - jedoch in der relevanten Zielgruppe der jungen und mittelalten Gutverdiener sieht die Verbreitung schon ganz anders aus. Und genau wie im altbewährten Online-Geschäft zählt auch im Mobile Advertising, dass die Zielgruppe alles bedeutet.

Fakt ist: Gerade in der Zielgruppe der jungen und gutverdienenden Menschen ist das mobile Internet über Smartphone das Medium des Augenblicks. Für  95 % Prozent der Smartphone-Besitzer ist das Handy und damit auch das mobile Internet nie weiter als eine Armlänge entfernt.

4. Mobiles Internet wird sich nicht durchsetzen Diese Aussage ist provokant im Zeitalter des Glaubenskriegs zwischen Android-Anhängern und Apple-Jüngern und hat sich sicherlich schon heute nivelliert. Trotzdem ist es eine gute Aussage um in die Zukunft des mobilen Internets zu schauen. Die Zahl der mobilen Internetnutzer steigt zurzeit doppelt so stark an wie die Zahl der Desktop-Nutzer. Daraus folgend wird die Zahl der Mobilnutzer schon im Jahr 2013 die Zahl der Desktopnutzer überholt haben. Schon die Nutzung von Tablets alleine lässt staunen, bedenkt man, dass Tablet-Computer erst seit kurzem existieren und diese wahrscheinlich im Jahr 2015 häufiger genutzt werden um im Internet zu surfen als Desktop-Rechner.

Fakt ist: Das mobile Internet ist angekommen und nicht mehr wegzudenken.

5. Mobile Advertising ist anders als normales Online Advertsing Das Werben im mobilen Internet ist vom Handwerkszeug des Werbers her gesehen genauso einfach und komplex wie das stationäre Internet. Man muss verschiedene Platzierungen und Werbeformen gegeneinander abwägen um am Ende die beste Performance für den Kunden zu generieren. Bekannte Messgrößen wie Impressions, Klicks, Conversion Raten und Click-Through-Rates haben hier genauso ihre Berechtigung und dienen dem Messen des Erfolgs der jeweiligen Maßnahme.

Fakt ist: Werbung im mobilen Internet unterscheidet sich nicht deutlich vom klassischen Werben im stationären Internet.

6. Mobile Advertising entspricht dem Online Advertsing „Werbung im mobilen Internet unterscheidet sich nicht deutlich vom klassischen Werben im stationären Internet.“ Dieser Satz kann so nicht alleine stehen, denn das mobile Internet bietet so einige Möglichkeiten und neue Anwendungsfälle, die man gesondert berücksichtigen sollte. Angefangen bei neuen Werbeformen wie zum Beispiel Location-Based-Advertising, das es bisher in dieser Granularität nicht gab, über neue Werbeziele wie das Promoten einer App, so dass diese möglichst oft heruntergeladen wird und weit oben in den App-Charts landet, bis hin zu Diensten, die zum Beispiel über Augmented Reality Informationen und Werbung in Echtzeit anbieten.

Fakt ist: Das Werben im mobilen Internet unterscheidet sich also deutlich vom klassischen Werben im stationären Internet.

7. Mobile Advertising ist schwierig zu tracken Gerade das Tracking der Werbemaßnahmen im mobilen Internet ist ein häufig genannter Punkt, der es schwierig macht hier zu werben. Für viele Werbemaßnahmen gelten jedoch die gleichen Möglichkeiten, die schon altbekannt sind: Tracking über Cookies und Wiedererkennen der User ist ohne weiteres möglich. Für über eine klassische Banner- oder SEA-Kampagne hinausgehende Bewerbung gibt es inzwischen genügend Ansätze und Tracking-Dienste, die auch dieses bewerkstelligen können.

Fakt ist: Tracking im mobilen Internet ist also problemlos möglich.

8. Mobile Advertising ist einfach zu tracken Und wieder muss ich hier einen Satz zitieren: „Tracking im mobilen Internet ist also problemlos möglich.“ Diese Aussage ist nur bedingt gültig. Für die Profis im Online Advertising gilt inzwischen die Auswertung der Customer Journey als wichtiges Instrument, um die Kaufentscheidungsprozesse der Kunden zu verstehen und für ihre Werbemaßnahmen einzusetzen. Genau an dieser Stelle erweist sich aber das mobile Internet als schwieriger Partner in der Auswertung. Momentan gilt leider noch die Aussage, dass Conversions über Smartphones bisher schwer zu erreichen sind (natürlich immer in Abhängigkeit vom beworbenen Produkt), aber als Recherche-Instrument für den späteren Kauf am heimischen PC oder Tablet ist das Smartphone auch das Instrument der Stunde  - wobei die Stunde hier wörtlich genommen werden darf, denn die Nutzung des mobilen Internets ist stark erhöht in der Stunde vor dem Arbeitsbeginn und nach dem Arbeitsende. Die Pendelzeit wird also schon für Recherche und Kaufeinscheidungen genutzt.

Fakt ist: Die Abbildung der Customer Journey über mehrere Endgeräte hinweg ist momentan nicht einfach zu verwirklichen und ist gleichzeitig die Herausforderung für Web-Analyse-Entwickler.

9. Die Klickrate im mobilen Internet ist überdurchschnittlich hoch Die Klickraten im mobilen Internet sind wirklich extrem hoch, doch aktuelle Studien zum Thema zeigen auch, dass circa 40 Prozent der Klicks eher auf den „Wurstfingerfaktor“ zurückzuführen sind. Noch häufiger als im stationären Internet klicken also Nutzer aus Versehen auf ein Werbemittel auf dem Smartphone. [caption id="attachment_10524" align="aligncenter" width="504"] Quelle: Mobile Zeitgeist, www.mobile-zeitgeist.com/2012/10/30/hohe-klickraten-auf-mobile-ads-durch-wurstfinger/[/caption]

Zieht man diese 40 % Prozent jedoch von der wirklich sehr hohen durchschnittlichen Klickrate im mobilen Internet ab, bleibt immer noch ein Wert von dem Planer stationärer Kampagnen nur träumen können. So wurden in einer Studie bei statischen mobilen Bannern Klickraten von 2,12 % gemessen und selbst um den Faktor 50 % bereinigt bleibt hier immer noch eine Klickrate von 1,06 % übrig. Bei Rich Media Bannern verringert sich der Wert des "Wurstfingerfaktors" übrigens wieder drastisch auf 13 %.

Fakt ist: Die Klickrate im mobilen Internet ist trotz des Wurstfingerfaktors extrem hoch.

10. Mobile Werbung stört … noch mehr als stationäre Werbung Mehr noch als im stationären Internet ist im mobilen Internet die Relevanz von Bedeutung. Das Smartphone wird zielgerichteter bei der Nutzung eingesetzt und die Nutzer erwarten schnell ladende Seiten und dementsprechend auch keine übergroßen Werbemittel. Zum einen spielt hier das doch meist noch stark reduzierte Trafficvolumen der Mobilfunkverträge als auch die Bandbreite der mobilen Internetanschlüsse eine Rolle. Wird Werbung jedoch auf die Interessen des Nutzers hin ausgespielt und bietet darüber hinaus noch einen Mehrwert, wird sich kaum ein Nutzer gegen diese Art der Werbung wehren. Die hohen Klickraten liefern auch hier ein deutliches Signal.

Fakt ist: Mobile Werbung, die richtig auf die Zielgruppe angepasst wird, wird von der Zielgruppe eher als Bereicherung gesehen, denn als störend.

Und zum guten Schluss noch ein Information von den Kollegen aus den USA: Mobile Werbung zahlt sich aus. Wer mehr darüber wissen will: http://goo.gl/YdD81