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Blockchain: Hype oder Technologie der Zukunft?

“Bitcoin” ist in aller Munde und Teil vieler Schlagzeilen in den Medien. Und doch ist die digitale Krypto-Währung beinahe so lange am Markt wie das erste iPhone. Hinter der digitalen Zahlungsmethode steckt allerdings mehr als nur eine digitale Währung, sondern vielmehr eine revolutionäre Technologie, die dabei ist, gesamte Industrien zu revolutionieren. Durch Internet, Wearables sowie IOT (Internet of Things) sind wir quasi ständig und überall hin vernetzt. Jeden Tag werden neue Services kreiert, dennoch derzeit nur ein Bruchteil basierend auf Blockchain-Technologie. Persönlich bin ich der Überzeugung, dass jede Software und Technologie-Lösung, die heutzutage neu geschaffen wird auf Blockchain basieren muss um wettbewerbsfähig zu sein.
In diesem Artikel wollen wir auf ein paar der wichtigsten Eigenschaften eingehen, und warum Blockchain-Technologie aus unserem Alltag bald nicht mehr wegzudenken sein wird und wie wir davon profitieren können.

Daten

Daten werden als das neue Gold des Informationszeitalters gehandelt und gerade in der Marketing-Branche geht es darum, den besten Nutzen für Werbetreibenden aber auch Kunden zu schaffen. Zwei der größten Hindernisse dabei sind Datenschutz (Anonymisierung) als auch die Validität der Daten. Blockchain löst beide dieser Herausforderungen: Da eine Blockchain eine offen nachverfolgbare Kette an Transaktionen ist, und aufgrund der Technologie unverfälschlich, ist die Validität und Nachverfolgbarkeit der Daten zu 100% gegeben. Auch wenn Transaktionen in einer öffentlichen Blockchain nachverfolgt werden können, sind die Daten anonymisiert (Pseydonym), bzw. ist bei sogenannten Privacy Coins auch eine komplette Anonymisierung gegeben.

Unverfälschlichkeit

Blockchains sind dezentralisiert. Das bedeutet, dass Transaktionen nicht über eine zentrale Stelle gesteuert werden, sondern über ein Netzwerk vieler sogenannter “Nodes”. Jeder dieser Nodes besitzt eine Kopie der Blockchain, also der Transaktionshistorie. Jede einzelne Transaktion ist also nicht einmal zentral sondern verteilt auf allen Nodes gespeichert. Durch die kryptographische Technologie ist außerdem sichergestellt, dass eine nachträgliche Änderung unmöglich ist, denn die jeweils nachfolgende Transaktion basiert auf kryptographischen Daten der vorherigen Transaktion. Wird also eine Transaktion nachträglich geändert, ist diese und sind alle darauffolgenden Transaktionen ungültig. Diese zwei Voraussetzungen sorgen für eine Unverfälschlichkeit und eine Integrität der gespeicherten Daten, was bei sämtlichen zentralen und nicht auf Blockchain basierten Systemen nicht gewährleistet ist.

Instant

Während Übermittlungen von Daten wie Geld- und Banküberweisungen, besonders in internationalem Kontext, langwierig sind, ist Blockchain-Technologie darauf ausgelegt, dass die Übermittlung von Daten sofort erfolgt. Auch hier spielt u.A. wiederum der Dezentralisierungs-Aspekt eine wichtige Rolle. Während bei einer zentralen Stelle Engpässe entstehen können, kann ein dezentrales Netzwerk eine höhere Auslastung wesentlich leichter abdecken und ist außerdem jederzeit skalierbar.

Gebühren und Mikro-Transaktionen

Geldtransaktionen sind grundsätzlich mit Gebühren verbunden, ob Kreditkarten oder andere Online-Zahlungsmethoden. Unternehmen rechnen diese Transaktionsgebühren ein bzw. an den Endkonsument weiter. Jedoch akzeptieren auch einige Unternehmen gerade aus solchen Gründen zB Kartenzahlungen erst ab einer gewissen Umsatzhöhe.

Durch (nahezu - abhängig von der jeweiligen Blockchain) keine Gebühren eröffnet sich ein komplett neuer Markt, der bis dato nicht gewinnbringend und profitabel war. Peer-to-peer Märkte, Services und Produkte von sehr geringem Wert zB können somit realisiert werden.

“Smart Contracts”

Sogenannte “Smart Contracts” ermöglichen ein komplett neues, noch nie dagewesenes Spektrum an Möglichkeiten. Datenübertragungen können direkt an Bedingungen geknüpft werden, zB A übermittelt an B, wenn Bedingung X erfüllt ist. Bedingungen können vielfältig sein, zB eine gleichzeitige Datenübermittlung von B an A, wobei hier gleichzeitig überprüft werden kann, ob B die Daten zur Übermittlung (Geldsumme oder andere Daten) überhaupt besitzt. Dies kann zB eine peer-to-peer Währungswechsel-Plattform sein, bei der A mit B Dollars gegen Euros austauscht. Andere Bedingungen können sein, dass ein Betrag X bis zu einem Zeitpunkt blockiert wird und erst nach dem Zeitpunkt ausbezahlt werden kann (zB Versicherungssumme), oder Daten erst nach einem Zeitpunkt für andere verfügbar gemacht werden (zB Lotto-Ziehung). Genauso kann ein Geldbetrag an den Verkäufer erst freigegeben werden, wenn der Käufer die Ware erhalten hat, uvm. Bisher sind solche Bedingungen nur möglich, wenn sie von einer (in den meisten Fällen) Drittstelle verifiziert werden, oder müssen anderwertig zB rechtliche eingeklagt werden (wenn zB ein Vertragspartner sich nicht an seinen Teil hält). Durch Blockchain-Technologie ergeben sich auch hier wiederum unzählige Anwendungsfälle und -beispiele, und wir werden erst in den nächsten Jahren feststellen, wie stark nur diese Eigenschaft von Blockchains ganze Industrien revolutionieren wird.


Von Supply-Chain bis hin zur Auslieferung von Ads (Ad-Verification), von ID-Verifizierung (bisher Reisepass, etc.) bis hin zu peer-to-peer Shopping-Plattformen - Blockchain hat fast überall Fuß gefasst und bewiesen, dass die Technologie die Bereiche komplett revolutionieren kann und wird. Während sich mit dem iPhone und dem Apple App-Store die Frage “Is there an app for that?” etabliert hat, lautet die Frage vielleicht bald “Is there a blockchain for that?”, denn mit der Blockchain-Technologie ist es ebenso einfach, auf basierender Technologie aufzubauen und eigene Blockchains zu starten. Auch wenn der Markt durch den Hype überschwemmt wurde mit unzähligen Projekten, wovon nur ein kleiner Bruchteil auch tatsächlich Fuß fassen wird, werden sich gute Projekte etablieren und womöglich in weniger Zeit Erfolgsgeschichten wie Google, Facebook oder Amazon aufweisen.